Rücknahme Wohngeld-Kürzung 2027 (Kabinettsbeschluss)
Der Kabinettsbeschluss 2026 sieht eine drastische Kürzung des Wohngeldes vor: Sparziel 2 Mrd. €/Jahr (bisherige Ausgaben ~5 Mrd. €). Netto spart der Staat nur ~1,5 Mrd. €, weil 756 Mio. € als Mehrausgaben in Grundsicherung und Sozialhilfe landen. Betroffen: rund 400.000 Haushalte verlieren den Wohngeld-Anspruch komplett — davon 163.000 fallen in die Grundsicherung (74.000 vormals Bürgergeld, 89.000 Sozialhilfe). Zusätzlich wird die Berechnungsformel verschlechtert, die Heizkostenkomponente halbiert und der Kinderzuschlag entfällt für viele Familien mit ohnehin knappen Mitteln. Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts für den Paritätischen Gesamtverband: 37,5 % der im Wohngeld lebenden Menschen sind Kinder unter 16 (plus 16- und 17-Jährige in Schule/Ausbildung), 69,1 % leben in Haushalten mit Kindern. Kritik Paritätischer-Hauptgeschäftsführer Joachim Rock: „Die Bundesregierung ist im Begriff, Ausgaben schlicht zu verlagern"; „Wer Wohngeld bezieht, lebt finanziell am Limit". Bemerkenswerter politischer Kontrast: Während die Regierung bei den Ärmsten (überwiegend Familien mit Kindern) drastisch kürzt, zeigt sie sich bei der Demontage der Energiewende (CO2-Preis-Stopp, -4 Mrd. €/Jahr) und bei Steuerentlastungen für hohe Einkommen (Koa-Einkommensteuer-Reform) ausgesprochen großzügig.
Quelle: spiegel.de