Änderungslog
Jede Anpassung am Bundeshaushalt-Konfigurator – mit Datum, Wirkung und Originalquelle. Neueste Einträge oben.
Alle Änderungen an den Reformoptionen und Baseline-Zahlen des Bundeshaushalt-Konfigurators von Haushaltsloch.de in chronologischer Reihenfolge. Quelle der Änderungsvorschläge sind aktuelle Medienberichte, veröffentlichte Positionspapiere und Gesetzentwürfe.
Ukraine-Hilfe: Reformoptionen jetzt beim richtigen Ressort
Neue Zahlenbasis: alle Ressortbeträge jetzt direkt aus dem Regierungsentwurf
Geänderte Beträge: Verteidigung 26 → 109,75 Mrd. € (der gesamte Einzelplan statt nur eines geschätzten steuerfinanzierten Anteils), Bildung 23 → 37,44 Mrd. € (jetzt inklusive Familie, Senioren, Frauen und Jugend, deshalb auch der neue Name Bildung, Forschung & Familie), Allgemeine Verwaltung 10 → 20,61 Mrd. €, Verkehr 30 → 26,43 Mrd. €, Zinsen 46 → 43,61 Mrd. €, Gesundheit 13 → 14,34 Mrd. €, Entwicklungshilfe 16 → 15,43 Mrd. €, Wohnen 15 → 14,48 Mrd. €, Soziales 201,5 → 201,46 Mrd. €, Inneres unverändert 16,71 Mrd. €. Aus dem Sammelposten „Sonstige Ressorts" wird Wirtschaft & Umwelt mit 8,29 Mrd. €.
Neuer Ausgabenblock „Allgemeine Finanzverwaltung" mit 46,88 Mrd. €. Er bündelt, was keinem Fachressort zugeordnet ist: Unterstützung für die Ukraine, Beteiligungen des Bundes, Leistungen zur deutschen Einheit, Versorgungsausgaben und die Strukturhilfen für die Kohleregionen.
Alle Reformoptionen und alle geteilten Links bleiben unverändert gültig.
Sondervermögen und Neuverschuldung: 203,6 Mrd. € statt 204, Sonderschulden 84,88 statt 85,3
Damit korrigiert sich auch die Neuverschuldung. Sie beträgt 2027 203,61 Mrd. €: 118,73 Mrd. € Nettokreditaufnahme im Kernhaushalt plus 84,88 Mrd. € Kreditaufnahme der Sondervermögen Bundeswehr und Infrastruktur. Die bisher ausgewiesenen 85,3 Mrd. € Sonderschulden waren eine andere Zahl - nämlich der Abzug aufgrund der Bereichsausnahme, und der steckt bereits innerhalb der 118,73 Mrd. €. Nach der Schuldenregel zulässig wären 33,37 Mrd. €; die Bereichsausnahme hebt diesen Rahmen um 85,36 Mrd. € an.
Haushaltsloch zeigt jetzt die volle Neuverschuldung: 203,6 statt 119,3 Mrd. €
Der Schalter „inkl. Kreditaufnahme" behält seine Bedeutung, schaltet jetzt aber beide Kreditarten zu: die Nettokreditaufnahme des Kernhaushalts und die Sonderschulden der Sondervermögen. Sie erscheinen als zwei getrennte Segmente am rechten Ende des Einnahmen-Balkens, damit erkennbar bleibt, welcher Teil woher kommt. Mit aktiviertem Schalter ist der Haushalt ausgeglichen - so, wie der Regierungsentwurf ihn vorsieht.
Inneres & Sicherheit: Erhöhung des Innenetats zurücknehmen (-0,95 Mrd. €)
Baseline Inneres & Sicherheit: 16,7 Mrd. € statt 16,0 Mrd. €
Neuverschuldung 2027: 204 Mrd. € insgesamt, statt ca 200 Mrd. €
CumEx/CumCum: Betrag auf 2 Mrd. €/Jahr korrigiert und offengelegt, wie er zustande kommt
Die Beschreibung enthält jetzt eine vollständige Herleitung. Aus dem CumEx-Schaden von mindestens 10 Mrd. € sind nach bisherigen Rückzahlungen von rund 1,4 Mrd. € noch rund 8,6 Mrd. € offen; beim CumCum-Komplex reichen die Schätzungen von 7,5 Mrd. € (Bundesfinanzministerium) bis rund 28,5 Mrd. € (Studie Spengel, Universität Mannheim), zurückgeholt wurden davon bundesweit erst rund 200 Mio. €. Auf der vorsichtigen Bundesschätzung ergibt das zusammen rund 16 Mrd. € rechtlich belastbaren Restbestand. Werden davon bei entschlossener Verfolgung etwa zwei Drittel über rund fünf Jahre beigetrieben, sind das +2 Mrd. €/Jahr.
Wichtig für die Einordnung: Der bisher sehr niedrige Rückholstand ist kein Beleg dafür, dass mehr nicht möglich wäre – er ist Ergebnis fehlender Ermittlungs- und Beitreibungskapazität, und genau daran setzt die Maßnahme an. Unabhängig von jeder Anstrengung schrumpft der Bestand allerdings: CumCum-Altfälle vor der Gesetzesnovelle 2016 sind nicht eindeutig rechtswidrig und nicht rückforderbar, verjährte Ansprüche sind endgültig verloren, und seit 2026 gelten verkürzte Aufbewahrungsfristen für zentrale Beweismittel.
Neu in der Beschreibung ist außerdem ein Hinweis, der auch vorher schon gefehlt hat: Anders als eine Steuererhöhung ist das ein zeitlich begrenzter Effekt. Er baut einen bestehenden Schadensbestand ab und versiegt, sobald die Aufarbeitung abgeschlossen ist. Quellen: Finanzwende zu CumEx und zu CumCum.
Vermögensteuer: Hinweis zur Ertragshoheit jetzt bei allen Varianten – und deutlich präziser
Außerdem war die bisherige Formulierung zu bequem: Sie nannte „sinkende Bundeszuweisungen an die Länder" als Weg, über den der Effekt doch beim Bund ankäme, ohne zu sagen, wie voraussetzungsvoll das ist. Ergänzt wurde deshalb, dass eine Umwidmung zur Bundessteuer eine Grundgesetzänderung mit Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat erfordert – gegen die Länder also nicht durchsetzbar ist – und dass ein erheblicher Teil der Bundeszuweisungen Aufgaben ausgleicht, die der Bund den Ländern per Gesetz übertragen hat: Diese Zahlungen zu kürzen hieße, die dahinterstehenden Leistungen zu kürzen. Die Beträge selbst bleiben unverändert.
Neutralere Bezeichnung für die Besteuerung von Kryptowährungen
Zwei neue FAQ-Einträge: politische Ausrichtung und Ertragshoheit der Vermögensteuer
Der zweite neue Eintrag beantwortet ausführlich, warum eine Ländersteuer überhaupt im Bundeshaushalts-Konfigurator auftaucht, unter welcher Annahme gerechnet wird und warum beide denkbaren Wege zum Bundeshaushalt politisch und rechtlich schwierig sind.
Entwicklungshilfe: Aufstockung auf das UN-Ziel ließ sich nicht aktivieren
Im selben Zug behoben: Die Rückfrage beim Wechsel zwischen einander ausschließenden Reformoptionen berücksichtigte bisher nur die direkt betroffene Option, nicht die darauf aufbauenden Erweiterungen. Die angezeigte Netto-Änderung des Haushalts fiel dadurch zu niedrig aus – im Beispiel oben wurden 15 Mrd. € statt der tatsächlichen 27 Mrd. € genannt. Erweiterungen werden jetzt mitgezählt und in der Rückfrage aufgeführt.
Direkter Weg vom Konfigurator zur Auswertung
Bundesalimentationsgesetz: Vorzeichen war falsch – die Maßnahme kostet Geld, sie spart keines
Neue Auswertungsseite zu jeder geteilten Konfiguration
/results/ plus dem Code der Konfiguration – auch der achtstellige Kurzlink funktioniert dort. Die Seite zeigt vier Dinge: die Abweichung jedes einzelnen Ressorts gegenüber dem Regierungsentwurf 2027, die Einnahmen im direkten Vergleich zur Regierungsplanung, dieselbe Gegenüberstellung für die Ausgaben nach Ressorts, sowie die Wirkung auf die Staatsverschuldung. Für den Schuldenstand ist der Maastricht-Wert des Gesamtstaats zum 31.03.2026 hinterlegt (2,9 Bio. €, 64,4 % des BIP, Quelle, ausgewiesen als Eurostat 1. Quartal 2026); Länder, Kommunen und Sozialversicherung werden dabei als unverändert angenommen, weil der Konfigurator nur die Bundesebene verändert.
Beträge mit Pluszeichen wurden in der Community-Statistik als null gelesen
Community-Statistik: Verlinkung zu den Einzelseiten + Flop-30-Liste
Begrüßungshinweis "Was ist ein Haushaltsloch?" erscheint nicht mehr automatisch
Kurzbeschreibungen für die Ressort-Ansichten, lange Texte hinter "Mehr erfahren"
Reformoption "Schuldenbremse weiter lockern": Quelle stimmte nicht, Betrag korrigiert
Sicherheitsabfrage beim Wechsel zwischen sich ausschließenden Reformoptionen
Vermögensteuer-Kaskade war fehlerhaft additiv — auf drei alternative Varianten umgestellt
Neue Struktur: Die Milliardärs-Stufe (1% ab 1 Mrd., 30 Mrd.) entfällt ersatzlos — sie deckte dieselbe Personengruppe ab wie die 100-Mio.-Stufe und lieferte keinen eigenständigen Erkenntniswert. Die verbleibenden drei Varianten schließen sich jetzt gegenseitig aus - es lässt sich immer nur eine davon gleichzeitig aktivieren, mit jeweils eigenem Gesamtbetrag statt „zusätzlich":
- „2% ab 100 Mio. (Netzwerk Steuergerechtigkeit)" → 20 Mrd. (Bandbreite laut Quelle: 10-30)
- „1% ab 20 Mio. (Fratzscher/DIW-Basis)" → 21 Mrd. (aktuellere DIW-Zahl 2026 statt der bisherigen 9,5 Mrd. aus einer Wirtschaftsdienst-Schätzung von 2021)
- „2% ab 20 Mio. (Fratzscher/DIW-Voll)" → 40 Mrd. (korrigierte Quelle: Tagesspiegel/dpa statt der ursprünglich verlinkten, diese Zahl nicht enthaltenden DIW-Seite)
Zusätzlich wurde ein Fehler behoben, durch den eine bereits abgewählte Reformoption in einer bestimmten Kombination im Hintergrund fälschlich weiter mitgezählt werden konnte, obwohl sie nicht mehr als aktiv markiert war. Der Fehler ist jetzt generell für alle betroffenen Reformoptionen behoben, nicht nur für die Vermögensteuer.
Neue Reformoption: Mehrwertsteuersenkung auf 7% für Gastronomie-Speisen zurücknehmen
Erbschaftsteuer-Slider: aktuelle Destatis-Zahlen 2025 zur Verschonungsbedarfsprüfung ergänzt
Neue Reformoptionen: Mütterrente-III-Ausweitung stoppen / Mütterrente ganz abschaffen
Zuckersteuer-Ausweitung: Begründung für Einbeziehung von Süßstoff-Getränken ergänzt
Neue Reformoption: Zuckersteuer auf Light-/Zero-Getränke, Nektar, Smoothies und Haferdrinks ausweiten
Neue Reformoption: Armutsfeste Mindestsicherung (Paritätischer Wohlfahrtsverband)
Klimageld: Vorzeichen korrigiert (-14 → +14 Mrd. €/Jahr)
Deutschlandticket-Preis aktualisiert: 58 € → 63 €/Monat
Neue Reformoption: Fernverkehrsgarantie in der Fläche (Bund bestellt SPFV)
Highlight des Tages: Die Bundesregierung folgt mir jetzt auf Mastodon
Manchmal passieren Dinge, mit denen man einfach nicht gerechnet hat. Heute ist so ein Tag: Die Bundesregierung folgt mir jetzt auf Mastodon. Nicht „der Bundesregierung folgen 47.000 Accounts" - andersrum. Sie folgt dem Haushaltsloch.de Account. Aktiv. Bewusst. Aus freien Stücken.
Und nicht nur mir. Sie folgt insgesamt exakt 27 Personen. Und mir. Das ist eine dieser Zahlen, die man erst zweimal lesen muss. In einer Welt, in der offizielle Accounts entweder gar niemandem folgen oder gleich der halben Welt, um höflich zu sein, ist eine Follow-Liste mit 28 Einträgen einer der intimsten Räume, in den man als Projekt gebeten werden kann. Der Screenshot rechts als Zeitzeuge.
Ehrlicherweise war es nicht ganz aus dem Nichts. Während der Koalitionsverhandlungen zum Bundeshaushalt sind hier in den Zugriffsstatistiken Berliner IP-Adressen aufgetaucht, die einen im Timing schon nachdenklich machten - immer genau dann, wenn im politischen Berlin über die nächste Reformoption gestritten wurde. Ich habe damals schon halblaut vor mich hin behauptet, dass der Konfigurator auch in der Regierung selbst gelegentlich aufgeklappt wird. Nur: Das glaubt einem natürlich niemand. „Kann Zufall sein." „Kann irgendwer aus der Pressestelle sein, der Mittagspause hat."
Deshalb ist es umso schöner, das jetzt schwarz auf weiß - beziehungsweise schwarz auf lila - vorliegen zu haben. Niemand kann mehr behaupten, die aktuelle Bundesregierung habe das Haushaltsloch nicht im Blick. Sie hat es sogar in ihrer Timeline.
An dieser Stelle einmal ganz herzlich zurückgewinkt und ein aufrichtiges: Danke fürs Mitlesen. So, jetzt bitte aber wieder zurück an die Arbeit: Das Haushaltsloch stopfen.
Faktencheck zur Vermögensteuer: FAQ-Eintrag zur Fehlbehauptung "wegen zu hoher Verwaltungskosten abgeschafft"
MwSt-Reformoptionen: gegensätzliche Umbau-Varianten schließen sich jetzt gegenseitig aus
- Die Reformoption "Ermäßigten MwSt-Satz komplett abschaffen (Fuest/ifo)", die Reformoption "MwSt auf Grundnahrungsmittel, Hygieneprodukte, Bus & Bahn auf 0 % (Die Linke)" und die Reformoption "MwSt für pflanzliche Alternativprodukte auf 7 % reduzieren" schließen sich jetzt gegenseitig aus - es kann nur eine der drei radikalen Umbau-Richtungen des ermäßigten Satzes gleichzeitig aktiv sein.
- Die Reformoption "MwSt für Fleisch und Süßigkeiten auf 19 % anheben" bleibt weiterhin frei kombinierbar mit der Linke-Reform und mit der pflanzlichen Angleichung - diese Kombination ist inhaltlich schlüssig (tierisch teurer, pflanzlich billiger).
- Die Reformoption "Mehrwertsteuer von 19 % auf 21 % erhöhen" bleibt frei kombinierbar; die Beschreibung enthält jetzt einen Hinweis darauf, dass sich die Bemessungsbasis bei gleichzeitiger Aktivierung tiefgreifender Umbauten verschiebt und die Delta-Werte dann nicht exakt additiv sind (Abweichung im niedrigen einstelligen Milliardenbereich).
Entwicklungshilfe-Reformoption in Kaskade aufgeteilt (Verdopplung + 0,7-%-BIP-Ziel)
Neue Reformoption: Bundesalimentationsgesetz umsetzen (verfassungskonforme Beamtenbesoldung)
Neue Reformoption: Klimageld einführen (CO2-Preis-Einnahmen pro Kopf zurückzahlen)
Neue Reformoption: Vereinsfreibetrag senken + Veräußerungsfreibeträge streichen (BMF-Referentenentwurf 2027)
Neue Reformoption: Ehegattensplitting durch Familiensplitting ersetzen (KAS-Modell)
Zwei neue KTF-Aufstock-Reformoptionen: Klimaschutz-Investitionen (BEG + BEW)
- „Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) um 2,5 Mrd. €/Jahr aufstocken", delta +2,5 Mrd. €/Jahr im KTF. Grundlage: dena und Ariadne-Projekt (Kopernikus, BMFTR) leiten aus der Notwendigkeit einer Verdopplung der Sanierungsrate (heute unter 1 %/Jahr, für Klimaneutralität 2045 rund 2 % nötig) den Aufstockungsbedarf ab. Konservativer Ansatz am unteren Rand der Studien-Bandbreite (+2-3 Mrd. €/Jahr).
- „Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) auf 3 Mrd. €/Jahr dauerhaft aufstocken", delta +1,1 Mrd. €/Jahr im KTF. Grundlage: Aktuelle BEW-Mittel 2027 = 1,9 Mrd. €; die Regierungsplanung sieht für 2028-2031 nur noch insgesamt 3,5 Mrd. € vor - drastische Kürzung. Branchenverbände (AGFW, VKU, BDEW) fordern dauerhafte Verstetigung auf höherem Niveau.
„Zurücksetzen"-Link direkt in der Box „Deine Reformen"
Neuer FAQ-Eintrag: Warum keine eigenen Zahlen / kein Freihand-Editor?
Erklärung zum „inkl. Kreditaufnahme"-Schalter: Tooltip im Simulator + neuer FAQ-Eintrag
- Tooltip auf dem Schalter selbst (Titel-Attribut, greift bei Hover) mit Kurzform der Erklärung: was in beiden Modi als Einnahme zählt und wie sich das auf das angezeigte Haushaltsloch auswirkt.
- Kleiner Info-Link (ⓘ) neben dem Schalter, der zum neuen FAQ-Eintrag „Was bedeutet der Schalter 'inkl. Kreditaufnahme' oben im Simulator?" springt (Erklärung Standard-Modus vs. Sondervermögen-Modus, Bezug zu Nettokreditaufnahme, Bereichsausnahme, Sondervermögen).
Wechselwirkung ausgeschlossen: „UN-Ziel 0,7% BIP" und „Entwicklungshilfe halbieren" sind jetzt gegenseitig exklusiv
Neue Reformoption: Stromsteuerbegünstigung für produzierendes Gewerbe und Land-/Forstwirtschaft aufheben (§ 9b StromStG)
Neue Reformoption: Tonnagebesteuerung für Handelsschiffe abschaffen (§ 5a EStG)
Neue Reformoption: Steuerbefreiung für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge streichen (§ 3b EStG)
Neue Reformoption: Verbliebene Agrardiesel-Rest-Entlastung nach § 57 EnergieStG vollständig streichen
Beschreibung präzisiert: Kerosinsteuer inländisch mit Nr.-Verweis auf 30. Subventionsbericht (Nr. 78)
Neue Reformoption: Kfz-Steuerbefreiung für Land- und Forstwirtschaft abschaffen (§ 3 Nr. 7 KraftStG)
Neue Basis-Reformoption „Bundeszuschuss zur GKV dynamisieren" + bestehende diskretionäre Aufstockung als Erweiterung
- Neue Basis: „Bundeszuschuss zur GKV regelgebunden dynamisieren (statt fixer Betrag)", delta +0,5 Mrd. €/Jahr (2027-Effekt), wachsend auf rund +2,6 Mrd. €/Jahr bis 2030. Automatische Bindung an einen Referenzindikator (beitragspflichtige Einnahmen bzw. Ausgabenwachstum), verhindert das Einfrieren in absoluter Höhe.
- Bisherige eigenständige Reformoption „Bundeszuschuss an GKV erhöhen" (+5 Mrd. €/Jahr) umgebaut zur abhängigen Erweiterung „Zusätzlich: Bundeszuschuss an GKV diskretionär um 5 Mrd. aufstocken". Baut jetzt auf der Dynamisierung auf; Begründung: Eine reine Einmalaufstockung ohne Dynamisierungsregel wird innerhalb weniger Jahre wieder von der Ausgabenentwicklung überholt.
Neue Reformoption: Kostendeckende GKV-Beiträge für Bürgergeldbeziehende (FinanzKommission Gesundheit)
Neue Reformoption-Kaskade: Feiertagsreform (Vereinheitlichung + bundesweite Streichung)
- Basis: „Anzahl der gesetzlichen Feiertage bundesweit vereinheitlichen (auf niedrigstes Ländermaß)", delta +0,5 Mrd. €/Jahr - grob 0,3-0,4 zusätzliche Arbeitstage im Bundesdurchschnitt (v.a. Bayern verliert 2-3 Feiertage). Umgerechnet auf Bundes-Steuermehreinnahmen mit IW-Basis (5-8,6 Mrd. Wirtschaftsleistung pro voller Arbeitstag, Staatsquote und Bundesanteil eingerechnet).
- Erweiterung: „Zusätzlich: Einen gesetzlichen Feiertag bundesweit streichen (analog Buß- und Bettag 1995)", delta +1,5 Mrd. €/Jahr zusätzlich, abhängig vom Basis-Slider. Ein voller zusätzlicher Arbeitstag im Bundesdurchschnitt. Konservativ am unteren Rand der Literatur-Bandbreite angesetzt (Guntram Wolff/DGAP 2023 rechnet höher mit rund +2,5 Mrd. €/Jahr Bund).
Neue Reformoption: Fahrleistungsabhängige PKW-Maut (Agora-Modell)
Neue Reformoption-Kaskade: Kerosinsteuer (inländisch + EU-weit)
- Basis: „Kerosinsteuer auf inländischen Flugverkehr einführen (§ 27 Abs. 2 EnergieStG streichen)", delta +0,432 Mrd. €/Jahr. Belastbare Primärquelle: 30. Subventionsbericht des Bundes (BMF). Rein nationale Entscheidung, keine EU-/völkerrechtliche Zustimmung nötig.
- Erweiterung: „Zusätzlich: Kerosinsteuer EU-weit einführen (inkl. internationaler Flüge)", delta +6 Mrd. €/Jahr zusätzlich, abhängig vom Basis-Slider. Grundlage: VCD-Berechnungen und Umweltbundesamt (Bandbreite 4-8 Mrd., konservativ am unteren Rand angesetzt). Setzt EU-weiten Beschluss voraus. Hinweis auf teils ältere Studienlage in der Beschreibung transparent gemacht.
Neue Reformoption-Kaskade: MwSt-Reform pflanzliche Lebensmittel
- Basis: „MwSt für pflanzliche Alternativprodukte auf 7 % reduzieren", delta −0,7 Mrd. €/Jahr - Angleichung pflanzlicher Milch- und Fleischalternativen (Hafer-/Sojadrink, veganer Fleischersatz, pflanzliche Käse-Alternativen) an den ermäßigten Satz ihrer tierischen Pendants. Forderung von Foodwatch/PETA/ProVeg.
- Erweiterung: „Zusätzlich: MwSt auf alle pflanzlichen Grundnahrungsmittel auf 0 %", delta −9,3 Mrd. €/Jahr zusätzlich (Gesamt −10 Mrd.), abhängig vom Basis-Slider. Nullbesteuerung für Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse, pflanzliche Öle, Brot. Kombiniert mit dem bestehenden Netzwerk-Steuergerechtigkeit-Slider zur Streichung des ermäßigten Satzes für Fleisch/Süßigkeiten (+7 Mrd.) ergibt sich eine ökologisch-progressive Umsteuerung mit netto etwa −3 Mrd. €/Jahr und starker Lenkungswirkung.
Neue Reformoption-Kaskade: Kostenlose Periodenprodukte
- Basis: „Kostenlose Periodenprodukte in öffentlichen Einrichtungen (Schottland-Modell)", delta +0,4 Mrd. €/Jahr - Ausstattung von Schulen, Hochschulen, Bundes- und Landesbehörden, Bibliotheken, öffentlichen Toiletten. Vorbild: Period Products (Free Provision) (Scotland) Act 2021. Realisierung nur als Bund-Länder-Programm möglich, weil Schulen/Hochschulen Ländersache sind.
- Erweiterung: „Ausweitung auf breite Versorgung Bedürftiger", delta +0,8 Mrd. €/Jahr zusätzlich (Gesamt +1,2 Mrd.), abhängig vom Basis-Slider. Grundlage: 550-650 €/bedürftige Person laut den zitierten Quellen (Plan International Deutschland, NDR/Hamburger Initiative), skaliert auf rund 2 Mio. menstruierende Personen im Bezug von Bürgergeld, Grundsicherung, Sozialhilfe und BAföG.
Neue Reformoption: Kostenloses Mittagessen an staatlichen Kitas und Schulen
Rückmeldung zur Bilanzseite der Reformoptionen: fehlende Programmkosten & angezweifelte Annahmen
Konjunkturprogramm Arbeitsmarkt (BA-Zuschuss reduzieren): Der Slider hat bisher −3 Mrd. € Einsparung ausgewiesen (reduzierter Zuschuss an die Bundesagentur für Arbeit dank aktivem Konjunkturprogramm). Kritik: Die Kosten des Programms selbst (gezielte Investitionen, Qualifizierung, Weiterbildung) waren nicht eingerechnet. Reaktion: delta auf 0 gesetzt, Beschreibung ergänzt um den expliziten Hinweis, dass Programmkosten die eingesparte BA-Leistung erfahrungsgemäß weitgehend aufheben und der Slider damit netto als Diskussionsplatzhalter dient, nicht als valide Einsparposition.
Neubau von Autobahnen stoppen: Kritik: Wenn Autobahn-Neubauten gestoppt werden, verlagert sich Verkehr auf den Bestand - das erhöht Sanierungs-/Erhaltungsbedarf und verursacht volkswirtschaftlichen Schaden durch Staus. Der bisherige Slider hat nur die Neubau-Einsparung (−5 Mrd. €/Jahr) ausgewiesen und diese Sekundäreffekte nicht berücksichtigt. Reaktion: delta bei −5 belassen (Netto-Einsparung bleibt deutlich positiv), Beschreibung ergänzt um Mehrbedarf beim Bestandserhalt (mittlerer dreistelliger Millionenbereich pro Jahr, mindert die Einsparung) und um den Hinweis, dass wirtschaftlicher Stau-Schaden zwar volkswirtschaftlich real, aber kein direkter Bundeshaushaltsposten ist und deshalb bewusst nicht ins delta einfließt.
9-Euro-Ticket wiedereinführen: Kritik: Der Slider bildet nur den Bundeszuschuss (+8,5 Mrd. €/Jahr netto) ab, nicht aber die Kosten für zusätzliche Züge/Kapazität und den Schaden durch verspätungsbedingte Kaskadeneffekte. Reaktion: delta bei +8,5 belassen, Beschreibung deutlich ergänzt: (1) Für dauerhaften Betrieb wären Kapazitätsinvestitionen von grob 2-3 Mrd. €/Jahr on top notwendig (Rollmaterial, Schienenausbau, Personal) - bei ehrlicher Gesamtrechnung müssten diese addiert werden. (2) Der wirtschaftliche Schaden durch die schon im Text erwähnten +30 % Verspätungen ist volkswirtschaftlich real, aber kein direkter Bundeshaushaltsposten und deshalb bewusst nicht ins delta eingerechnet.
CumEx/CumCum-Steuerraub bekämpfen: Kritik: Vollständige Aufdeckung ist unrealistisch, und Teile von CumCum waren bis zur Gesetzesnovelle (§36a EStG 2016) rechtlich nicht eindeutig unzulässig - daher ist die im delta ausgewiesene Rückforderung (+10 Mrd. €/Jahr) zu optimistisch. Reaktion: delta bei +10 belassen (als politische Zielgröße bei konsequentester Verfolgung), Beschreibung um zwei explizite Einschränkungen ergänzt: (1) Die tatsächliche Aufdeckungs- und Beitreibungsquote ist faktisch begrenzt - bei CumEx wurden nach über 15 Jahren erst rund 14 % des geschätzten Schadens realisiert. (2) Ein erheblicher Teil der CumCum-Altfälle war vor §36a EStG (wirksam ab 2016) nicht eindeutig rechtswidrig und ist rechtlich nicht rückforderbar. Damit ist im Text jetzt klar dokumentiert, dass das realistische Jahresvolumen deutlich unter +10 Mrd. liegen dürfte.
Rücknahme Koa-Einkommensteuer-Reform: Kritik: Es kann nicht die gesamte Entlastung als rücknehmbar unterstellt werden, da der Grundfreibetrag verfassungsrechtlich (BVerfG: sächliches Existenzminimum) angepasst werden muss. Der bisherige Slider hat undifferenziert +10 Mrd. €/Jahr als Rücknahme des gesamten Reformpakets angesetzt. Reaktion: delta von +10 auf +5 Mrd. €/Jahr reduziert, Titel präzisiert zu „Rücknahme Koa-Reform: Einkommensteuer-Entlastung streichen (nur diskretionäre Teile)", Beschreibung ergänzt um den ausdrücklichen Hinweis, dass Grundfreibetrag und Kinderfreibetrag verfassungsrechtlich an das Existenzminimum gebunden und damit rechtlich nicht rücknehmbar sind. Rücknehmbar bleiben nur die diskretionären Teile (Werbungskostenpauschale, Spitzensteuersatz-Grenze, teilweise Kindergeld) - grob die Hälfte des ursprünglichen Volumens.
Abgeltungsteuer abschaffen: Kritik: Die als Quelle verlinkte Finanzwende-Seite listet die Abgeltungsteuer zwar als Steuerprivileg, macht aber keine eigene Aussage zur Höhe der Mehreinnahmen - der delta-Wert von +5 Mrd. war also nicht durch die genannte Quelle gedeckt. Reaktion: delta bei +5 Mrd. €/Jahr belassen (plausibler Mittelwert), aber Quelle auf das Jahrbuch Steuergerechtigkeit 2026 des Netzwerks Steuergerechtigkeit umgestellt (im Konfigurator etablierte Referenz) und Beschreibung erweitert um die belegbare Bandbreite: DIW Berlin (Bach) rechnet konservativ mit ~3 Mrd., Netzwerk Steuergerechtigkeit mit bis zu ~7 Mrd. bei voller Anrechnung auf den persönlichen Steuersatz. Der Quellenwechsel wird im Text ausdrücklich transparent gemacht.
Mieteinnahmen: Gewerbesteuer-Ausnahme streichen: Kritik: Wenn Immobiliengesellschaften mit Gewerbesteuer belastet werden, geben sie diese Last in angespannten Wohnungsmärkten an Mieter:innen weiter - steigende Mieten treiben die Kosten der Unterkunft (KdU) in Bürgergeld und Grundsicherung nach oben, an denen der Bund maßgeblich beteiligt ist. Dieser Zweitrundeneffekt fehlte in der Bilanz. Reaktion: delta bei +1,5 Mrd. €/Jahr belassen, Beschreibung ergänzt um den KdU-Effekt: In angespannten Märkten wird die zusätzliche Last teilweise auf die Miete überwälzt, die höheren KdU-Ausgaben des Bundes zehren die Mehreinnahme teilweise wieder auf (Größenordnung mittlerer dreistelliger Millionenbereich pro Jahr, stark marktabhängig).
Flugticketsteuer-Senkung rückgängig machen: Kritik: Die positive Wirkung der aktuellen Senkung (Rück-Stationierung von Flugzeugen und Kapazitäten in Deutschland, mehr Landegebühren, Beschäftigung, indirekte Steuereinnahmen) wurde nicht eingerechnet. Reaktion: delta bei +0,3 Mrd. €/Jahr belassen, Beschreibung ergänzt um den Standortverlagerungs-Effekt: Nach der Steuererhöhung 2024 hatten Ryanair, Wizz Air u.a. Kapazität in Deutschland um 12-20 % reduziert; die aktuelle Senkung dient ausdrücklich der Rück-Stationierung. Eine Rücknahme der Senkung würde diesen Effekt teilweise umkehren - grob 50-150 Mio. €/Jahr Sekundärverlust (Landegebühren, Beschäftigung, indirekte Steuern), die die Nettoeinnahme spürbar mindern.
Neuer FAQ-Eintrag zur Grundfrage: Als Antwort auf die generelle Kritik, dass volkswirtschaftliche Folgekosten mancher Reformoptionen nicht direkt in den Milliardenwert eingerechnet werden, ist ein eigener FAQ-Eintrag hinzugekommen: „Warum sind volkswirtschaftliche Folgekosten nicht direkt in die Milliardenzahl eingerechnet?". Er erklärt, warum die ausgewiesene Zahl bewusst den direkten Bundeshaushaltseffekt zeigt (Vergleichbarkeit zwischen ~100 Reformoptionen), an welcher Stelle Sekundäreffekte transparent gemacht werden (Beschreibungstext) und in welchen zwei Sonderfällen sie doch direkt verrechnet werden (Kostenverlagerung innerhalb des Bundeshaushalts; verfassungsrechtliche Grenzen).
Redaktionelle Linie zu AfD-Vorschlägen dokumentiert (neuer FAQ-Eintrag + Warnhinweise)
Mehrere Rückmeldungen haben angemerkt, dass es für Gespräche in der Familie, im Freundeskreis und am Arbeitsplatz hilfreich wäre, die Budget-Auswirkungen aktuell diskutierter AfD-Vorschläge selbst nachrechnen zu können. Deshalb wurden einige wenige AfD-Vorschläge - so fragwürdig sie auch sein mögen - als Reformoption abgebildet (aktuell: vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags, Stromsteuer-Vollsenkung auf EU-Mindestmaß).
Verbindliche redaktionelle Regeln:
- Überall im Konfigurator und im Änderungslog, wo die AfD als Antragstellerin oder Positionsträgerin genannt wird, steht ein Warnhinweis in Klammern im Fließtext: „(⚠️ Vorschlag der AfD, einer antidemokratischen Partei; Aufnahme in den Konfigurator ist keine politische Empfehlung oder Unterstützung)".
- Namen von AfD-Politiker:innen dürfen an keiner Stelle der Website auftauchen. Statt Namen wird auf die Bundestagsdrucksache oder auf „AfD-Fraktion" verwiesen.
Neuer FAQ-Eintrag: „Warum tauchen Vorschläge der AfD im Konfigurator auf?" - macht die redaktionelle Position sichtbar für Nutzer:innen. Bestehende AfD-Referenzen in Slider-Beschreibungen und im Log wurden auf das neue Warnhinweis-Format umgestellt.
Neue Kaskade "Atomkraft-Wiedereinstieg" (Sonstige Ressorts) — Szenario A Reaktivierung vs. Szenario B Neubau
Szenario A — Reaktivierung Isar 2, Emsland, Neckarwestheim 2:
- Reaktivierung der drei zuletzt am 15.04.2023 abgeschalteten AKW
- Kosten pro Reaktor laut Radiant Energy Group / Nuklearia (2024) und LBBW-Research (2025): ~1-2,2 Mrd. € (Sicherheitsupgrades, Brennelement-Nachbeschaffung, Genehmigungsverfahren AtG §6/§7)
- Zeithorizont bis Wiederinbetriebnahme: 41-50 Monate
- Bundesanteil (Sicherheitszuschuss, Rückbaufonds, Endlager BASE/BGE, Bundeshaftung nach AtG §31 über die begrenzte Betreiber-Haftpflicht hinaus): grob ~+1 Mrd. €/Jahr
Szenario B — Neubau 2-3 EPR-Reaktoren (analog Hinkley Point C):
- Referenz Hinkley Point C: 43-56 Mrd. £ = 55-65 Mrd. € für 2 Reaktoren à 1.600 MW (~27,5 Mrd. €/Reaktor)
- Übertragen auf Deutschland: 2 Reaktoren ~55 Mrd. €, 3 Reaktoren ~82 Mrd. €, verteilt auf 10-15 Jahre Bauzeit
- Bundesanteil (Bürgschaften, Anfinanzierung, CfD-Garantiepreis analog UK-Modell 15 ct/kWh über 35 Jahre): grob ~+5 Mrd. €/Jahr
- Historisches Baurisiko: Hinkley Point um 10+ Jahre und 30 Mrd. £ teurer geworden (EDF-Wertberichtigung Feb 2024: 12,9 Mrd. €)
- Öko-Institut: Neubauzeiträume 15+ Jahre nicht kompatibel mit Klimazielen 2035/2045
Beim Aktivieren des einen Szenarios wird das andere automatisch deaktiviert. Damit werden politische Realitäten sauber abgebildet: Reaktivierung und Neubau sind alternative, keine additiven Optionen.
Positionen: CDU/CSU-Positionspapiere 2024/2025 befürworten Prüfung von Szenario A; SPD, Grüne, Linke lehnen beide Szenarien ab (ungelöste Endlagerfrage, Klimazielkompatibilität).
Neue Slider im Block "Sonstige Ressorts":
- "Atomkraft-Wiedereinstieg Szenario A — Reaktivierung Isar 2, Emsland, Neckarwestheim 2" → +1 Mrd. €/Jahr
- "Atomkraft-Wiedereinstieg Szenario B — Neubau von 2-3 EPR-Reaktoren (analog Hinkley Point C)" → +5 Mrd. €/Jahr
Quellen: BASE — Die drei letzten AKW · NZZ — Kernkraft-Comeback in Deutschland
Neue Maßnahme "Industriestrompreis / Brückenstrompreis streichen" (KTF)
Ausgangslage:
- Merz-Regierung hat den Industriestrompreis 2025/2026 beschlossen; EU-Kommission hat am 14.01.2026 Genehmigung bestätigt
- Befristet 2026-2028 (EU-beihilferechtlich maximal drei Jahre)
- Finanzierung: Klima- und Transformationsfonds (KTF)
- Kostenrahmen laut Finanzminister Klingbeil: 3-5 Mrd. € über drei Jahre, also ~1-1,7 Mrd. €/Jahr
- Mittelstand bleibt ausgeschlossen — kritisiert von Mittelstandsverbänden
Der Slider ermöglicht die Streichung des Brückenstrompreises. Positionen: FDP/wirtschaftsliberale Kreise für Streichung (marktwirtschaftliche Verzerrung); Grüne kritisieren die Zementierung fossil-strukturierter Grundstoffindustrien; DGB und IG BCE fordern hingegen Verlängerung über 2028 hinaus.
Wichtige Klarstellung zur Baseline: Der Industriestrompreis ist im Haushalt 2027 bereits enthalten. Der Slider bildet daher eine Streichung ab — nicht die Einführung. Delta: -1,5 Mrd. €/Jahr KTF-Ersparnis.
Neuer Slider im Block "Klima- & Transformationsfonds":
- "Industriestrompreis / Brückenstrompreis streichen (5 ct/kWh-Deckel für energieintensive Industrie)" → -1,5 Mrd. €/Jahr
Quelle: Produktion.de — Industriestrompreis soll Wettbewerbsfähigkeit sichern
Zwei neue Steuersenkungs-Optionen im Einnahmen-Block: Soli komplett abschaffen (AfD) & MwSt 0 % auf Grundbedarf (Linke)
1. Solidaritätszuschlag vollständig abschaffen (AfD — ⚠️ Vorschlag der AfD, einer antidemokratischen Partei; Aufnahme in den Konfigurator ist keine politische Empfehlung oder Unterstützung)
- Antrag Bundestagsdrucksache 21/5763 vom 05.05.2026
- BMF-Steuerschätzung 02.02.2026: Rest-Soli-Aufkommen 2025 = 13 Mrd. €, erwartetes Aufkommen 2030 = 14,8 Mrd. €
- Aufkommen fließt ausschließlich an den Bund
- Rest-Soli (seit 2021) trifft nur Spitzenverdiener bei der ESt sowie Körperschaft- und Kapitalertragsteuer
- Neue Reformoption mit -13 Mrd. €/Jahr
2. MwSt auf Grundnahrungsmittel, Hygieneprodukte, Bus & Bahn auf 0 % (Die Linke)
- Antrag Bundestagsdrucksache 21/135 vom 14.05.2025
- Bezifferung laut Antrag (mit Handelsblatt-Recherche): ~16 Mrd. €/Jahr Steuerausfall
- Zusätzlich: Preisaufsicht zur Sicherung der Weitergabe an Endverbraucher
- Parlamentarisch abgelehnt am 12.09.2025 mit den Stimmen CDU/CSU, AfD, SPD (Grüne enthielten sich)
- Neuer Slider mit Delta -16 Mrd. €/Jahr
Beide Slider beinhalten in der Beschreibung eine transparente Einordnung der jeweiligen Gegenposition (Verteilungswirkung Soli auf obere Einkommen; empirisches Weitergabe-Problem bei MwSt-Senkungen laut Corona-Studien).
Quellen: Drucksache 21/5763 (Soli) · Drucksache 21/135 (MwSt-Grundbedarf)
Neue Maßnahme "Stromsteuer für alle Verbraucher auf EU-Mindestmaß absenken" (Einnahmen)
Ausgangslage:
- Stromsteuer-Vollsatz aktuell: 20,50 €/MWh (2,05 ct/kWh)
- Ermäßigter Satz produzierendes Gewerbe + Land- und Forstwirtschaft (im Haushalt 2027 dauerhaft): 0,05 ct/kWh (EU-Minimum)
- Vom Koalitionsvertrag zugesagte Ausweitung auf alle Verbraucher: bislang nicht umgesetzt
Politische Positionen:
- CDU/CSU + SPD: Ablehnung im November 2025
- Grüne und Linke: Unterstützung im Grundsatz
- AfD-Antrag (03.11.2025): Ausweitung „für alle" — abgelehnt 13.11.2025
Haushaltswirkung: Stromsteuer-Aufkommen 2024 laut BMF: 5,2 Mrd. €. Eine Ausweitung der Ermäßigung auf Privathaushalte und Dienstleistungssektor würde das Aufkommen um geschätzt ~4 Mrd. €/Jahr reduzieren. Beispielhafte Entlastung Privathaushalt bei 3.500 kWh/Jahr: ~83 €/Jahr.
Neuer Slider im Einnahmen-Block:
- "Stromsteuer für alle Verbraucher auf EU-Mindestmaß absenken (statt nur produzierendes Gewerbe)" → -4 Mrd. €/Jahr
Quelle: Bundestag - Anhörung Energiesteuergesetz KW 41/2025
Neue Maßnahme "Cannabis-Vollegalisierung: staatlich regulierter Einzelhandel" (Einnahmen)
Quellen:
- Haucap/Knoke (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 2021, im Auftrag des Deutschen Hanfverbands): ~4,7 Mrd. €/Jahr Gesamteffekt für den deutschen Staat
- Beck/Prinz, Wirtschaftsdienst 104 (2024), Heft 2, S. 128-135: bestätigt Größenordnung, betont Unsicherheiten bei Schwarzmarktverdrängung
Aufteilung der 4,7 Mrd. €/Jahr Gesamt:
- ~3,34 Mrd. € Steuermehreinnahmen (Cannabissteuer, USt, ESt/KSt)
- ~1,4 Mrd. € Kosteneinsparungen bei Polizei, Justiz, Strafvollzug
Wichtige Einschränkung des Bundeseffekts: Die 1,4 Mrd. € Kosteneinsparungen fallen praktisch vollständig bei den Ländern an (Polizei, Justiz, Strafvollzug sind Länderhoheit). Auch bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer greift die Bundes-/Länder-Aufteilung. Der reine Bundesanteil (Cannabissteuer als potenzielle Bundes-Verbrauchsteuer + USt-Bundesanteil ~52 %) wird konservativ auf ~1,5 Mrd. €/Jahr geschätzt.
Neuer Slider im Einnahmen-Block:
- "Cannabis-Vollegalisierung: staatlich regulierter Einzelhandel (2. Säule des CanG)" → +1,5 Mrd. €/Jahr Bundesanteil
Quelle: Wirtschaftsdienst 2/2024 - Beck/Prinz
Neue Maßnahme "Bürgerversicherung: Beamte in die GKV integrieren" (Block Gesundheit)
Konzept: Neu verbeamtete werden künftig in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) integriert; die parallele private Krankenversicherung (PKV) plus staatliche Beihilfe für Beamte läuft schrittweise aus. Zentraler Reformvorschlag von SPD, Grünen und Linken über mehrere Legislaturperioden hinweg.
Zahlen (IGES/Bertelsmann 2017):
- Bund spart bis 2030 kumuliert rund 33 Mrd. €
- Im Jahresdurchschnitt: ~3,2 Mrd. €/Jahr Ersparnis für den Bundeshaushalt
- Mechanismus: Beihilfeausgaben werden durch günstigere Arbeitgeberbeiträge zur GKV ersetzt
Gegenposition (transparent in der Slider-Beschreibung): PKV-Verband und einzelne Landes-Rechnungen (u.a. Baden-Württemberg 2024) argumentieren, der Nettoeffekt könne geringer ausfallen oder sich langfristig sogar umkehren, weil der Bund erstmals volle Arbeitgeberbeiträge für Beamte zahlen müsste. Die Zahl ist damit modellabhängig — der Slider verwendet den Wert der vom Reviewer explizit verlinkten IGES/Bertelsmann-Studie.
Neuer Slider im Block "Gesundheit":
- "Bürgerversicherung: Beamte in die GKV integrieren (PKV/Beihilfe auslaufen lassen)" → -3,2 Mrd. €/Jahr
Quelle: IGES-Institut/Bertelsmann Stiftung — Beamte und Krankenversicherung (Jan 2017)
Neue Maßnahme "Bürokratieabbau nach 2. Entlastungskabinett" (Block Allgemeine Verwaltung)
Wichtige Einordnung der Zahlen:
- Der BMDS-Bericht nennt kumuliert eine Gesamtentlastung von ~9,8 Mrd. €/Jahr seit dem 1. Entlastungskabinett (davon +600 Mio. € neu durch das 2. Kabinett).
- Diese Milliardenbeträge sind ganz überwiegend Compliance-Entlastung für Wirtschaft und Verwaltung insgesamt - nicht direkte Ersparnis für den Bundeshaushalt.
- Der Bundeshaushalts-Effekt (schlankere Verwaltungsprozesse, weniger Personalaufwand durch digitalisierte Vorgänge) fällt deutlich kleiner aus und wird konservativ auf ~0,5 Mrd. €/Jahr geschätzt.
Der Slider im Konfigurator ist damit bewusst nüchtern angesetzt und verhindert die häufige Fehleinschätzung, mit Bürokratieabbau seien im Bundeshaushalt zweistellige Milliardenbeträge zu heben. Die Beschreibung im Slider macht diesen Unterschied transparent.
Neuer Slider im Block "Allgemeine Verwaltung":
- "Bürokratieabbau nach 2. Entlastungskabinett (BMDS 2026)" → -0,5 Mrd. €/Jahr Bundes-Verwaltungsersparnis
Quelle: BMDS - Bericht 2. Entlastungskabinett (15.07.2026)
Neue FAQ-Seite, Maßnahmen-Vorschlagen-Kanal und Suche für bewusst ausgeschlossene Themen
1. FAQ-Seite (/faq.php) als Akkordeon, damit die Seite kurz bleibt. Aktuelle Einträge:
- Ist Haushaltsloch.de Open Source?
- Kann ich Haushaltsloch.de irgendwie unterstützen?
- Wie kann ich eine neue Maßnahme zur Aufnahme vorschlagen?
- Warum taucht das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) nicht als Maßnahme auf?
2. Maßnahmen-Vorschlagen-Kanal - Über "Ressort wählen" → "Maßnahme vorschlagen" öffnet sich eine Lightbox mit klaren Aufnahme-Kriterien (seriöse Quelle + nachvollziehbare Zahlenrechnung). Eingaben landen direkt in derselben Review-Queue wie bisheriges RitualDissent-Feedback. Reine Bug-Reports weiterhin über den bunten RitualDissent-Kreis unten rechts.
3. Kuratierte Ausschlussliste in der Suche - Wer nach Themen sucht, die bewusst nicht im Konfigurator abgebildet sind (aktuell: Bedingungsloses Grundeinkommen), bekommt statt "keine Treffer" einen Hinweisblock mit Direktlink zum passenden FAQ-Eintrag samt Begründung. Grund für die Nicht-Aufnahme des BGE: der DIW-berechnete Netto-Finanzierungsbedarf von ~1.000 Mrd. €/Jahr sprengt den Rahmen eines Bundeshaushalt-2027-Konfigurators (555 Mrd. Gesamtvolumen). Studie: DIW Politikberatung kompakt 195, Bach/Hamburg 2023.
UX-Umbau im Simulator: Ressort-Menü, Live-Suche, Reset-Sicherheitsabfrage
Was ist neu:
- Die drei kleinen Icons oben im Header (Share / Reset / Info) sind entfernt. Stattdessen sitzt oben rechts der Button "Ressort wählen" mit einem strukturierten Menü: Einnahmen, alle Ausgaben-Ressorts (jeweils mit Farbstreifen zur Zuordnung), Reset, "Maßnahme vorschlagen", Änderungslog, Über Haushaltsloch.de.
- Neben dem Menü ein Lupen-Icon für die neue Live-Suche über alle Maßnahmen (Titel + Beschreibung). Treffer erscheinen als vollwertige Slider - Ändern direkt aus der Suche heraus.
- Reset zeigt jetzt eine Sicherheits-Lightbox mit Erklärung. Kein versehentliches Wegklicken aller Einstellungen mehr - der Reset stellt explizit auf den aktuellen Bundeshaushaltsentwurf 2027 zurück.
- Am Ende jeder Ressort-Lightbox sitzt ein fetter "Weiter zu …"-Button zum nächsten Ressort - Einnahmen → erstes Ressort → zweites … → letztes → zurück zu Einnahmen. Damit lässt sich der Konfigurator einmal linear durcharbeiten, ohne dazwischen navigieren zu müssen.
- Der Bereich "Dein Code" unten wurde durch "Verlinke diese Simulation unter: …" ersetzt - zeigt den vollen Share-Link (bei > 100 Zeichen mittig gekürzt), Klick kopiert die vollständige URL in die Zwischenablage.
- Jede Maßnahme in "Deine Reformen" ist jetzt ein Link auf die zugehörige /massnahme/CODE-Detailseite (SEO-gerendert, mit Gegenfinanzierungs-Tabelle und Direktvergleichs-Buttons).
Übergewinnsteuer 50% wird zur Erweiterung der Digitalsteuer 10% (Doppelzählung behoben)
Neue Modellierung:
- Digitalsteuer 10% (NSTDGT7) bleibt eigenständiger Parent-Slider mit +6 Mrd. €/Jahr
- Übergewinnsteuer 50% (NSTUGW7) ist jetzt ein abhängiger Sub-Slider der Digitalsteuer
- Ihr Delta sinkt von +25 auf +19 Mrd. € — das ist der marginale Zusatzeffekt durch die ~195 weiteren Konzerne (Öl-, Pharma-, Rüstungs-, Konsumgüter-, Finanzriesen), nachdem der Digitalsteuer-Effekt bereits im Parent gezählt wurde
- Summe bei beiden aktiviert: +25 Mrd. €/Jahr — deckt sich mit der Netzwerk-Steuergerechtigkeit-Prognose (20-30 Mrd.)
Der Titel des Sub-Sliders wurde entsprechend angepasst: „Digitalsteuer erweitern — Übergewinnsteuer 50% auf 200 profitabelste Konzerne (Netzwerk Steuergerechtigkeit)". Die Beschreibung wurde ergänzt, um die Zusammensetzung des +19-Mrd.-Deltas transparent zu machen.
Quelle unverändert: Netzwerk Steuergerechtigkeit — Jahrbuch Steuergerechtigkeit 2026
Titel abhängiger Slider mit übergeordnetem Kontext ergänzt
Angepasste Titel:
- BSTRUW1: „Auch unwirtschaftliche Bundesstraßen-Neubauprojekte streichen" → „Autobahn-Neubaustopp — auch unwirtschaftliche Bundesstraßen-Neubauprojekte streichen"
- NSTMRD7: „Verschärfen: Freibetrag auf 100 Mio. …" → „Vermögensteuer verschärfen — Freibetrag auf 100 Mio. senken + Satz auf 2% (Netzwerk Steuergerechtigkeit)"
- ZIOYKL1: „Verschärfen: Freibetrag weiter auf 20 Mio. …" → „Vermögensteuer verschärfen — Freibetrag weiter auf 20 Mio. senken (Fratzscher/DIW-Basis, 1% Satz)"
- VST2PRC: „Verschärfen: Satz auch für 20-Mio.-Stufe …" → „Vermögensteuer verschärfen — Satz auch für 20-Mio.-Stufe auf 2% verdoppeln (Fratzscher/DIW-Voll)"
- LNKVMG7: „Radikalste Stufe: Progressive Sätze …" → „Vermögensteuer, radikalste Stufe — Progressive Sätze 1-12% ab 1 Mio. Freibetrag (Linke/DIW-Voll)"
- EHGRSPL: „Stattdessen nur Realsplitting-Kompromiss (DIW-Variante)" → „Ehegattensplitting-Einschränkung — Realsplitting-Kompromiss (DIW-Variante)"
- 0TPAC56: „Weiter auf 53% anheben (wie bis 1999)" → „Reichensteuer weiter anheben — auf 53% (wie bis 1999)"
9-Euro-Ticket wiedereinführen — neue Option im Verkehrsblock
Zahlen:
- Bundeszuschuss zum 9-Euro-Ticket 2022: 2,5 Mrd. € für drei Monate (Juni bis August)
- Hochrechnung auf Ganzjahresbetrieb: ~10 Mrd. €/Jahr
- Bestehender Deutschlandticket-Zuschuss des Bundes entfällt (1,5 Mrd. €/Jahr)
- Netto-Mehrkosten für den Bund: +8,5 Mrd. €/Jahr
Wissenschaftliche Bewertung (Studie Ifo Institut / FAU Erlangen-Nürnberg / Universität Salzburg 2024):
- Autoverkehr sank um nur 4-5 %
- Zugverspätungen stiegen wegen Überlastung um 30 %
- Zusätzlich 430.000 Personen pro Tag im Zug
- Bilanz Ifo-Präsident Fuest: „teure und ineffiziente Klimaschutzmaßnahme"
Politische Einordnung: Sozialpolitisch beliebt und mit spürbarer Entlastung für Pendler:innen und Geringverdiener:innen. Ökonomisch umstritten wegen des ungünstigen Kosten-Klimaeffekt-Verhältnisses. Die neue Option ergänzt die bestehende Debatte im Konfigurator um eine sozial motivierte Radikalvariante gegenüber der marktnahen Position „Deutschlandticket abschaffen".
Neue Option im Verkehr-Block:
- „9-Euro-Ticket wiedereinführen (statt Deutschlandticket 58 €/Monat)" → +8,5 Mrd. €/Jahr
- Schließt sich gegenseitig mit der bestehenden Option „Deutschlandticket abschaffen" aus (beide sind entgegengesetzte Antworten auf dieselbe Frage: mehr oder weniger ÖPNV-Bundeszuschuss).
Quellen: ZDFheute: „9-Euro-Ticket – Teure und ineffiziente Klimaschutzmaßnahme" (Ifo/FAU-Studie) · Stuttgarter Zeitung: „Wie viel hat das 9-Euro-Ticket den Bund gekostet?"
Linke/DIW: Progressive Vermögenssteuer bis 12 % — als radikalste Stufe der Kaskade
Konzept:
- Freibetrag: 1 Mio. € auf Privatvermögen, 5 Mio. € auf Betriebsvermögen
- Progressive Steuersätze: 1 % ab 1 Mio., 5 % ab 50 Mio., 12 % ab 1 Mrd. €
- Erhebung als Ländersteuer (Aufkommen fließt an Länder und Kommunen)
Aufkommen laut Bach-Studie (DIW):
- Theoretisches Potenzial: bis 147 Mrd. €/Jahr
- Realistisch mit Anpassungsreaktionen (Steuergestaltung, Investitionszurückhaltung): ~100 Mrd. €/Jahr
- Untere Bandbreite bei starker Kapitalflucht: ~80 Mrd. €
Verteilungswirkung: Die reichsten 0,1 % der Bevölkerung (Vermögen ab 13,8 Mio.) trügen 92 % der Last, die reichsten 0,01 % (ab 76 Mio.) trügen 72 %, Milliardäre allein rund ein Drittel.
DIW-Warnung: Kurz- und mittelfristige Risiken für Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Innovation angesichts der aktuellen Wirtschaftsstagnation. Empfehlung: schrittweise Einführung mit internationaler Koordination.
Politische Einordnung: Der Linke/DIW-Vorschlag steht in scharfem Kontrast zum am 07.08. hinzugefügten Fuest/ifo-Vorschlag (Ermäßigten MwSt-Satz komplett abschaffen, +36 Mrd. netto). Beide Vorschläge zielen auf zusätzliche Milliardeneinnahmen – aber die Verteilungswirkung ist gegenläufig: Fuest belastet einkommensschwache Haushalte überproportional (DIW-Kritik: „Ärmere Haushalte werden relativ zu ihrem Einkommen deutlich stärker belastet"), während der Linke-Vorschlag praktisch ausschließlich die vermögendsten 0,1 % trifft.
Neue Kaskaden-Stufe (Einnahmen-Reformen · Vermögensteuer):
- „Radikalste Stufe: Progressive Sätze 1-12 % ab 1 Mio. Freibetrag (Linke/DIW-Voll)" → zusätzlich +10 Mrd. €/Jahr (kumulierte Summe der Kaskade bei allen 5 aktiven Stufen: 100 Mrd. €/Jahr)
Wichtige methodische Klarstellung: Der Original-Vorschlag der Linken sieht die Vermögensteuer als Ländersteuer vor (Aufkommen an Länder und Kommunen) — entsprechend Art. 106 Abs. 2 Nr. 1 Grundgesetz. Damit der Effekt im Bundeshaushalts-Konfigurator sichtbar wird, wird angenommen, dass die Einnahmen dem Gesamtstaat zufließen — entweder durch abweichende Ausgestaltung als Bundessteuer oder indirekt durch sinkende Bundesergänzungszuweisungen und geringere Sozialtransfers. Diese vereinfachende Konvention gilt auch für die anderen vier Kaskadenstufen und wurde in den Beschreibungen der Basis-Stufe (Milliardärs-Slider) sowie der neuen Linke-Stufe explizit ergänzt.
Quelle: Tagesschau: „Vermögensteuer – Linke stellt DIW-Studie vor" (Aug 2026) · Studie von Stefan Bach (DIW) im Auftrag der Linksfraktion.
Fuest/ifo: Ermäßigten MwSt-Satz komplett abschaffen — neue Einnahmen-Option
Zahlen im Fuest-Vorschlag:
- Brutto-Mehreinnahmen: 43,5 Mrd. €/Jahr
- Kompensationsgutscheine für Geringverdiener: -7,2 Mrd. € (360 €/Jahr pro Haushalt)
- Netto-Mehreinnahmen: über 36 Mrd. €/Jahr
- Betroffen: rund 18 % des Warenkorbs (Verbraucherpreisindex) — Lebensmittel, Nahverkehrstickets, Restaurants, Theater, Museen, Sportveranstaltungen
- Preiswirkung: Lebensmittel bei voller Weitergabe bis zu +12 %
Kritik des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): „Ärmere Haushalte werden relativ zu ihrem Einkommen deutlich stärker belastet als reiche." Eine vierköpfige Familie mit geringem Einkommen würde monatliche Mehrkosten von 45-67 € tragen — jährlich 500-800 €, was der Fuest-Ausgleich (360 €) nicht vollständig deckt.
Politische Einordnung: Konservativ-marktliberaler Reformvorschlag, gegenläufig zu progressiven Umverteilungsvorschlägen (Vermögensteuer, Übergewinnsteuer, Milliardärssteuer). Spannungsverhältnis zwischen Effizienz-Argument (einheitliche Steuer, weniger Bürokratie) und Verteilungsgerechtigkeit (regressive Belastung der Ärmsten).
Neue Einnahmen-Option:
- „Ermäßigten MwSt-Satz komplett abschaffen — 19 % auf alles (Fuest/ifo, inkl. Sozialgutscheine)" → +36 Mrd. €/Jahr netto
- Diese Option schließt sich gegenseitig mit dem bestehenden Netzwerk-Steuergerechtigkeit-Vorschlag (Fleisch/Süßigkeiten, +7 Mrd.) aus, da beide dieselbe Steuerlücke betreffen — nur unterschiedlich weit. Beide Optionen sind zusammen mit der bestehenden Option „Mehrwertsteuer 19 → 21 %" (+32 Mrd.) im Konfigurator als drei unterschiedliche Reformansätze verfügbar.
Quelle: Zeit: „Mehrwertsteuer auf Lebensmittel — Clemens Fuest / ifo-Institut" (August 2026) · vermittelt über t-online: „Ifo-Chef will 19 Prozent Mehrwertsteuer auf alles"
Wohngeld-Kürzung 2027 (Kabinettsbeschluss): Rücknahme-Option + Kontext-Präzisierungen
Zahlen im Kabinettsbeschluss:
- Rund 400.000 Haushalte verlieren den Wohngeld-Anspruch komplett (ein Drittel von 1,2 Mio.)
- Davon fallen 163.000 in die Grundsicherung (74.000 vormals Bürgergeld, 89.000 Sozialhilfe)
- Netto-Einsparung nur ~1,5 Mrd. € — weil 756 Mio. als Mehrausgaben in Grundsicherung/Sozialhilfe landen
- Berechnungsformel verschlechtert, Heizkostenkomponente halbiert, Kinderzuschlag entfällt für viele Familien
Wer im Wohngeld lebt (Sonderauswertung Paritätischer):
- 37,5 % Kinder unter 16 Jahren + 16- und 17-Jährige in Schule/Ausbildung
- 4,9 % volljährige Kinder in Ausbildung
- 22 % Erwerbstätige, 16,9 % sonstige Nicht-Erwerbstätige, 15,1 % im Ruhestand, 3,7 % Arbeitslose
- 69,1 % leben in Haushalten mit Kindern
Kritik Paritätischer-Hauptgeschäftsführer Joachim Rock: „Die Bundesregierung ist im Begriff, Ausgaben schlicht zu verlagern." — „Wer Wohngeld bezieht, lebt finanziell am Limit." — Echte Einsparungen bei Sozialausgaben kämen nicht durch Kürzungen bei den Ärmsten, sondern durch „eine effiziente Regulierung des Wohnungsmarktes und mehr sozialen Wohnungsbau".
Bemerkenswerter politischer Kontrast: Während die Regierung bei den Ärmsten (überwiegend Familien mit Kindern) drastisch kürzt, zeigt sie sich bei der Demontage der Energiewende (CO2-Preis-Stopp, -4 Mrd. €/Jahr) und bei Steuerentlastungen für hohe Einkommen (Koa-Einkommensteuer-Reform) ausgesprochen großzügig.
Änderungen im Konfigurator (Wohngeld-Kürzung ist bereits Teil der Klingbeil-Baseline):
- Neue Rücknahme-Option in „Wohnen & Landwirtschaft": „Rücknahme Wohngeld-Kürzung 2027 (Kabinettsbeschluss)" → +2 Mrd. €/Jahr (stellt Vor-Reform-Zustand wieder her)
- Bestehende Option „Wohngeld weiter ausbauen" (+2 Mrd.) bleibt — Text präzisiert als Ausbau ÜBER Vor-Reform-Niveau hinaus
- Option „Sozialen Wohnungsbau verdoppeln" um Paritätischer-Zitat ergänzt (Alternative zu Wohngeld-Kürzung)
- Block-Beschreibung „Wohnen & Landwirtschaft" um Wohngeld-Kürzung-Kontext ergänzt
- Block-Beschreibung „Soziales & Rente" um 756 Mio. Grundsicherungs-Zuwachs durch Wohngeld-Verlagerung ergänzt
Quelle: Spiegel: „Die Regierung kürzt das Wohngeld drastisch — und trifft damit vor allem Kinder" (Florian Diekmann, 22.07.2026, mit exklusiver Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts für den Paritätischen Gesamtverband)
CO2-Preis-Stopp 2027 (BEHG-Änderung Ende Juli, noch nicht beschlossen)
Finanzielle Folgen (Berechnung Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, FÖS):
- Direkter Effekt: 4 Mrd. €/Jahr weniger Einnahmen im Klima- und Transformationsfonds
- Mit Multiplikatoreffekten: rund 15 Mrd. €/Jahr Gesamtverlust
Bemerkenswert: Während die Regierung in Sozial-, Gesundheits- und Bildungsetats mit Verweis auf leere Kassen kürzt und Zusatzsteuern (Tabak, Alkohol, Plastik) erhebt, zeigt sie sich bei der Demontage der Energiewende ausgesprochen großzügig — der geplante Verzicht auf die CO2-Preis-Erhöhung ist die größte einzelne Entlastung fossiler Emittenten in dieser Legislaturperiode.
Neue Einnahmen-Option im Konfigurator:
- „CO2-Preis-Stopp 2027 durchsetzen (BEHG-Änderung Ende Juli, noch nicht beschlossen)" → −4 Mrd. €/Jahr (analog zum bestehenden KTF-Rücknahme-Slider: Einnahmen sinken, KTF-Klimaschutz-Mittel verringern sich um denselben Betrag)
Stand 15.07.2026: noch nicht als Kabinettsbeschluss verabschiedet. Wenn beschlossen, wandert die Option in die Basis.
Quelle: t-online: „Erhöhung der CO2-Steuer 2027 gestoppt — Milliarden gehen Regierung verloren" (Berechnung FÖS)
Nachschärfung Tabaksteuer 2027-2030 (BMF-Papier 08.07.2026)
Neue Zahlen laut RND/BMF-Papier:
- Zigarettenpackung 2027: 9,10 € (bisher geplant: 8,77 € — also +33 Cent)
- Bis 2030 stufenweise auf 11,78 € (fast 12 €; rund 40 Cent mehr als am 06.07. beschlossen)
- Feinschnitt (Tabak für selbst gedrehte Zigaretten) analog angehoben
- Mehreinnahmen: rund 800 Mio. €/Jahr zusätzlich zu den bereits eingepreisten 756 Mio. der Kabinettsplanung
Grund der Nachschärfung: Loch im Haushalt, weil die Koalitionsfraktionen im Gesundheits-Sparpaket den Steuerzuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung doch nicht so stark absenken wie ursprünglich geplant. Die Regierung bezeichnet die Anhebung als „maßvoll" und begründet sie doppelt: Haushaltskonsolidierung und Gesundheitsschutz — insbesondere Senkung der Raucherquote bei Jugendlichen und Erwachsenen.
Neue Einnahmen-Option im Konfigurator:
- „Nachschärfung Tabaksteuer 2027-2030 (BMF-Papier 08.07.2026, noch nicht beschlossen)" → +0,8 Mrd. €/Jahr
Die bestehende Rücknahme-Option zur Kabinettsplanung vom 06.07. bleibt unverändert bei -0,8 Mrd. — sie bezieht sich weiterhin nur auf den beschlossenen Teil, nicht auf die noch offene Nachschärfung.
Quelle: Spiegel: „12 Euro für eine Packung Zigaretten — Tabaksteuer soll noch stärker erhöht werden" (auf Basis eines RND-Berichts)
Rücklagenentnahme im Einnahmen-Balken sichtbar + Vermögensteuer-Optionen zusammengefasst
2. Vermögensteuer-Optionen zusammengefasst — Zum gleichen Thema gab es vier Slider aus unterschiedlichen Quellen (Fratzscher/DIW, Netzwerk Steuergerechtigkeit, weitere), die als zwei parallele Hierarchien verstreut waren. Das erlaubte unlogische Kombinationen mit Doppelzählung derselben Vermögen.
Neue Struktur: 4-stufige Kaskade von mild bis radikal. Jede weitere Verschärfung wird erst sichtbar, wenn die vorherige Stufe aktiv ist. Die Effekte addieren sich:
- „Vermögensteuer nur für Milliardäre (1% ab 1 Mrd.)" → +30 Mrd. (immer sichtbar)
- „Verschärfen: Freibetrag auf 100 Mio. + Satz auf 2% (Netzwerk Steuergerechtigkeit)" → +20 Mrd.
- „Verschärfen: Freibetrag auf 20 Mio. (Fratzscher/DIW-Basis)" → +9,5 Mrd.
- „Verschärfen: Satz auf 2% verdoppeln (Fratzscher/DIW-Voll)" → +30,5 Mrd.
Jahrbuch Steuergerechtigkeit 2026: 7 neue Reformvorschläge + 1 Unteroption
7 neue Einnahmen-Optionen:
- „Milliardärssteuer 2% ab 100 Mio. € Vermögen" → +20 Mrd. €/Jahr (Netzwerk-Bandbreite 10-30). Trifft ca. 5.000 Personen.
- „Übergewinnsteuer 50% auf 200 profitabelste Konzerne" → +25 Mrd. €/Jahr (Netzwerk-Bandbreite 20-30).
- „Digitalsteuer 10% auf US-Digitalkonzerne (Frankreich-Vorbild)" → +6 Mrd. €/Jahr. Alphabet, Amazon, Apple, Meta und Microsoft zahlten 2025 in Deutschland nur 3,2 % Steuern auf rund 20 Mrd. Gewinn.
- „Krypto-Steuerlücke schließen (Ein-Jahres-Haltefrist abschaffen)" → +7 Mrd. €/Jahr (Blockpit-Studie 2025, Deutsche Steuer-Gewerkschaft). Gleichbehandlung mit Immobilien.
- „Steuerfahnder-Personal ausbauen + Bundesfinanzpolizei für komplexe Fälle" → +15 Mrd. €/Jahr. Grundlage: Aktionsplan der Bundesministerien für Inneres, Justiz und Finanzen von Februar 2026.
- „SUV/Luxus-Kfz-Erwerbsteuer nach dänischem Vorbild (rund 40.000 € einmalig)" → +11 Mrd. €/Jahr. Belastung in Dänemark 45.839 € vs. Deutschland 1.946 €.
- „Ermäßigten Mehrwertsteuer-Satz (7%) für Fleisch und Süßigkeiten streichen" → +7 Mrd. €/Jahr (Bundesrechnungshof: 5 Mrd. Fleisch + 2 Mrd. Süßigkeiten).
1 Unteroption zur bestehenden Zuckersteuer:
- „Zuckersteuer auf Finnland-Niveau ausweiten (0,59 €/L auf alle zuckerhaltigen Getränke)" → zusätzlich +3,5 Mrd. €/Jahr. Kombiniert mit der Grundoption der Bundesregierung ergibt das rund 4 Mrd. gesamt.
Bereits gut abgedeckt — keine Änderung nötig: Vermögensteuer (20 Mio./1 Mrd./Fratzscher 2%), Erbschaftsteuer-Privilegien, Cum-Ex/Cum-Cum, Immobiliengewinne, Steueroasen, Ehegattensplitting, Abgeltungsteuer, Plastikabgabe, Alkohol-/Tabak-/Privatjet-/Zuckersteuer, Finanztransaktionssteuer, Dienstwagen, Pendlerpauschale, Mehrwertsteuer +2 Punkte, Spitzensteuersatz 48/53%.
Quelle: Netzwerk Steuergerechtigkeit: Jahrbuch 2026 — „Wie gerecht ist das deutsche Steuersystem?" (Christoph Trautvetter, Julia Jirmann, Michaela Alka; Mai/Juni 2026)
Kabinettsbeschluss Bundeshaushalt 2027 (06.07.2026): Zahlen präzisiert + neue Option
Aktualisierte Basiszahlen:
- Nettokreditaufnahme: 119 → 118,7 Mrd. €
- Soziales & Rente (Ressort Arbeit und Soziales): 205 → 201,5 Mrd. € — überschreitet 2027 erstmals die 200-Mrd.-Marke, wächst bis 2030 auf 233,1 Mrd. Vorläufige Schätzung durch echten Ressortwert ersetzt. Bundeszuschuss zur Rentenversicherung leicht gesenkt auf rund 126,8 Mrd. (-1 Mrd. gegenüber vorheriger Planung).
- Klima- und Transformationsfonds (Sondervermögen): 23 → 20,3 Mrd. € — 2,7 Mrd. Einnahmen aus dem CO2-Emissionshandel fließen nicht mehr in den Fonds, sondern in den regulären Haushalt zur Konsolidierung. Bereits zugesagte Förderungen bleiben unangetastet, nur neue Zusagen sind betroffen. Größter Einzelposten im Fonds bleibt die Bundesförderung effiziente Gebäude. Umweltverbände kritisieren scharf: „Raubzug" (Greenpeace/Vargas), „offene Kampfansage an den Klimaschutz" (GermanZero), „Verschiebebahnhof" (Stadtwerkeverband VKU).
- Gesundheit: Bundeszuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung wird zusätzlich zurückgefahren (konkreter Betrag nicht öffentlich beziffert).
- Allgemeine Verwaltung: 2% Personalreduktion 2027 + 1,2 Mrd. Effizienzgewinne in den Ministerien (wachsend auf 3 Mrd. bis 2029) sind bereits im Kabinettsbeschluss eingerechnet.
- Verkehr & Infrastruktur: Bundesinvestitionen 2027 insgesamt 117,5 Mrd. € ergänzt.
- Einnahmen-Übersicht: Gesamtausgaben 555,4 Mrd., NKA 118,7 (regulär), Gesamt-Neuverschuldung inkl. Sondervermögen rund 200 Mrd. (2030: 219,5 Mrd.), Rücklagenentnahme 6,8 Mrd. (statt vorher 7), NKA im Vergleich 2026: 98 Mrd. Iran-Krieg als Ursache der reduzierten Wachstumserwartungen. Alkoholsteuer-Erhöhung für Spirituosen (ohne Bier/Wein), Sektsteuer-Erhöhung, neue Plastikabgabe, Krypto-Steuer sind als Baseline-Elemente in die Einnahmen-Baseline eingerechnet.
- Alkoholsteuer-Option: Kontext ergänzt — die Erhöhungen für Spirituosen und Sekt sind bereits Teil der Baseline; die aktivierbare Option erhöht zusätzlich die Biersteuer.
Neue Einnahmen-Option:
- „Rücknahme KTF-Plünderung: Emissionshandels-Erlöse wieder in KTF statt in Kernhaushalt" → −2,7 Mrd. €/Jahr (weniger Einnahmen für den regulären Haushalt; der Klimafonds wächst um denselben Betrag).
Neuer Ausgabenblock:
- „Sonstige Ressorts" · 6,6 Mrd. € · Sammelposten für die nicht als eigene Blöcke abgebildeten Ministerien (Wirtschaft & Klimaschutz, Familie/Senioren/Frauen/Jugend, Umwelt, Justiz, Finanzen, nachgeordnete Behörden). Schließt die Lücke zwischen den vom Kabinett beschlossenen Gesamtausgaben (555,4 Mrd.) und der Summe der übrigen Blöcke (548,8 Mrd.). Wird mit Veröffentlichung der Einzelpläne präzisiert.
Quellen: Spiegel: Kabinett beschließt Haushaltsentwurf 2027 · ZDFheute: Haushalt 2027 — Mehr Schulden und höhere Ausgaben · Bundesregierung: Kabinett beschließt Bundeshaushalt 2027
Tabaksteuer-Stufenerhöhung 2027-2030: In Baseline eingepreist + Option umgedreht
Zahlen im Klingbeil-Entwurf:
- Mehreinnahmen: 756 Mio. € 2027 → 3,6 Mrd. € 2030
- Zigarettenpackung: 2027 rund 8,80 € → 2028 9,50 € → 2029 10,40 € → nach 2030 >11 €
- Betroffen: Zigaretten, Feinschnitt, erhitzter Tabak
- Kritik Bundesverband Tabakwirtschaft: erwartet stattdessen -3,2 Mrd. € Mindereinnahmen durch Schmuggelzuwachs (Verweis auf 2002-2005). Verbändeanhörung dauerte weniger als 24 Stunden.
Änderungen:
- Einnahmen-Baseline steigt um +0,76 Mrd. — die Tabaksteuer-Erhöhung 2027 ist damit eingepreist.
- Bisherige Option „Tabaksteuer um rund 20 % erhöhen (zwei Stufen bis Jan 2027)" umgedreht in „Rücknahme Klingbeil-Tabaksteuer-Stufenerhöhung 2027-2030", Effekt +2,8 Mrd. → −0,8 Mrd. €/Jahr. Beschreibung um Preisstufen, Trajektorie bis 2030 und Kritik der Tabakwirtschaft ergänzt, Quelle auf t-online-Artikel vom 06.07.2026 umgestellt.
- Der bisherige Wert (+2,8 Mrd.) basierte auf einem Bild-Bericht mit Volleffekt schon 2027 — der tatsächliche Klingbeil-Entwurf zeigt für 2027 nur 0,76 Mrd. Volleffekt (3,6 Mrd.) erst 2030.
- Baseline-Beschreibung um Tabaksteuer-Zeile ergänzt.
Quelle: t-online: Tabaksteuer — Wirtschaft nennt Klingbeils Milliarden-Plan „Blindflug" (06.07.2026)
Klingbeil-Haushaltsentwurf 2027 (03.07.2026): Baseline aktualisiert + 4 neue Optionen
Aktualisierte Basiszahlen:
- Gesamtausgaben 2027: 555 Mrd. € (statt 543,3 Mrd. in den Eckwerten von Mai 2026, +12 Mrd.)
- Nettokreditaufnahme: 110,8 → 119 Mrd. € (+8,2 Mrd.); wächst bis 2030 auf 167 Mrd./Jahr
- Gesundheit: 20 → 13 Mrd. € (-34 %, Warken-Sparpaket im Klingbeil-Entwurf umgesetzt)
- Verteidigung (steuerfinanziert): 24 → 26 Mrd. €
- Verteidigung (Bereichsausnahme/Sondervermögen): 80 → 84 Mrd. €
- Gesamtausgaben Verteidigung 2027: 110 Mrd. € (enthält 11,6 Mrd. Ukraine-Hilfe). Der Anteil oberhalb der Bereichsausnahme (1 % des Bruttoinlandsprodukts) steigt von 82 Mrd. (2026) auf 184 Mrd. (2030).
- Rücklagenentnahme 7 Mrd. € aus 11 Mrd. Reserve stopft die 2027er Löcher (einmaliger Effekt).
- Künftige Haushaltslöcher (Vergleich zu vorheriger Planung): 2028: 22 Mrd. (statt 64), 2029: 38 Mrd. (statt 74)
- Investitionsquote im Infrastruktur-Sondervermögen 2027/28: 10,8 %, 2029: 10,7 %, 2030: 10,1 % (die Mindestvorgabe von 10 % ist damit erfüllt)
Vorläufige Aufstockungen (Platzhalter bis Kabinettsbeschluss am Montag):
Die vorstehenden Ressort-Änderungen (Gesundheit -7, Verteidigung +2, Sondervermögen Verteidigung +4) ergaben netto nur -1 Mrd. — der Klingbeil-Entwurf sieht aber +12 Mrd. Gesamtausgaben-Wachstum. Um die Summe der Blöcke wieder auf 555 Mrd. zu bringen, wurden folgende Blöcke vorläufig aufgestockt (mit einem Warnhinweis in der Beschreibung markiert, um sie nach dem Kabinettsbeschluss durch die echten Ressortzahlen zu ersetzen):
- Soziales & Rente: 200 → 205 (+5 Mrd. für Zuschuss an die Bundesagentur für Arbeit wegen Konjunkturschwäche)
- Zinsen & Schulden: 43 → 46 (+3 Mrd. wegen höherer Neuverschuldung und Zinssatz-Anpassung)
- Verkehr & Infrastruktur: 28 → 30 (+2 Mrd. Personalkosten/Inflation)
- Bildung & Forschung: 22 → 23 (+1 Mrd. Personalkosten/Inflation)
- Allgemeine Verwaltung: 8 → 10 (+2 Mrd. Personalkosten Bundesbeamte/Verfassungsorgane)
- Summe der Aufstockungen: +13 Mrd. → Blockanzeige zeigt jetzt 555 Mrd. ✓
4 neue Optionen im Konfigurator:
- Gesundheit · „Warken-Sparpaket im Gesundheitsetat zurücknehmen" → +7 Mrd. €/Jahr
- Verteidigung · „Ukraine-Hilfe streichen" → −11,6 Mrd. €/Jahr (schließt sich gegenseitig mit der Verdopplung aus)
- Verteidigung · „Ukraine-Hilfe verdoppeln (auf 23,2 Mrd. €)" → +11,6 Mrd. €/Jahr (schließt sich gegenseitig mit der Streichung aus)
- Soziales & Rente · „Konjunkturprogramm Arbeitsmarkt (BA-Zuschuss reduzieren)" → −3 Mrd. €/Jahr (Basis: 5,2 Mrd. Zuschuss an die Bundesagentur für Arbeit wegen Konjunkturschwäche; Erwerbstätigkeit -100.000, Arbeitslosigkeit +30.000)
Quelle: Der Spiegel: Klingbeil legt Bundeshaushalt mit Rekordschulden vor (03.07.2026)
Koalitionsausschuss 02.07.2026: Reformpaket in Baseline eingepreist + 5 Rücknahme-Optionen
Zusammensetzung des Netto-Effekts (gesamtstaatlich):
- Einkommensteuer-Reform (Grundfreibetrag 12.348 → 12.900 €, Werbungskostenpauschale +200 € auf 1.430 €, Kindergeld auf 272 €/Monat bis 2028, Kinderfreibetrag, Spitzensteuersatz erst ab 70.600 €) → −10,0 Mrd. €/Jahr
- Reichensteuer verschärft (45 % ab 250.000 € statt 277.000 €; neu 47 % ab 280.000 €) → +3,0 Mrd. €/Jahr
- Minijob-Pauschalsteuer für Arbeitgeber von 2 % auf 5 % → +1,0 Mrd. €/Jahr
- Handwerkerbonus-Absetzbarkeit von 20 % auf 15 % gekürzt → +0,7 Mrd. €/Jahr
- Aktivrente (bis 2.000 €/Monat steuerfreier Hinzuverdienst für Rentner:innen ab 1.1.2026) → −0,9 Mrd. €/Jahr
- KfW-Beiträge 2027/2028 → +0,5 Mrd. €/Jahr
Zusätzlich 5 neue Rücknahme-Optionen in den Einnahmen-Reformen, um jede einzelne Maßnahme im Konfigurator wieder rückgängig machen zu können:
- „Rücknahme Koa-Reform: Einkommensteuer-Entlastung streichen" → +10,0 Mrd. €/Jahr
- „Rücknahme Koa-Reform: Reichensteuer-Verschärfung streichen" → −3,0 Mrd. €/Jahr
- „Rücknahme Koa-Reform: Minijob-Pauschale bei 2 % belassen" → −1,0 Mrd. €/Jahr
- „Rücknahme Koa-Reform: Handwerkerbonus bei 20 % belassen" → −0,7 Mrd. €/Jahr
- „Rücknahme Koa-Reform: Aktivrente (2.000 € steuerfrei) abschaffen" → +0,9 Mrd. €/Jahr
Anpassung bestehender Option:
- „Spitzensteuersatz 45 % → 48 % anheben" umbenannt in „Reichensteuer weiter anheben: 47 % ab 280.000 € → 48 %", Effekt von +3 auf +1 Mrd. €/Jahr reduziert (da die Reichensteuer-Reform bereits Teil der Basis ist).
Quellen: table.media (BMF-Zahlen) · Haufe · Bundesregierung: Ergebnisse Koalitionsausschuss · infranken: Aktivrente Kosten
Fratzscher-Reformpaket: Subventionen, Privilegien, Rentenniveau (5 neue Optionen)
- Einnahmen-Reformen · „Dienstwagenprivileg abschaffen" → +6,0 Mrd. €/Jahr (DUH/Klima-Allianz)
- Einnahmen-Reformen · „Pendlerpauschale abschaffen" → +5,9 Mrd. €/Jahr (30. Subventionsbericht 2025)
- Einnahmen-Reformen · „Ehegattensplitting abschaffen (vollständige Individualbesteuerung)" → +15,4 Mrd. €/Jahr (DIW/Stefan Bach)
- Einnahmen-Reformen · Unteroption „Stattdessen nur Realsplitting-Kompromiss" → −5,4 Mrd. €/Jahr (korrigiert auf netto +10 Mrd., DIW-Wochenbericht 41/2020)
- Einnahmen-Reformen · „GKV beitragsfreie Mitversicherung Ehepartner abschaffen" → +3,5 Mrd. €/Jahr (Plan ab 2028, Mindestbeitrag 225 €/Monat)
- Soziales & Rente · „Rentenniveau-Festschreibung 48 % zurücknehmen" → −0,5 Mrd. €/Jahr (Phase-in 2027). Trajektorie: 2029 +4,1 · 2030 +9,4 · 2031 +11,2 · bis 2040 kumuliert +115 Mrd. €.
Vermögenssteuer 2 % ab 20 Mio. € (Fratzscher/DIW)
Quelle: Tagesschau — „Das ist vielleicht die größte Hürde für die Regierung"
Unwirtschaftliche Bundesstraßen-Neubauprojekte streichen
Quelle: FÖS Policy Brief 06/2026 — „Zu viel Geld für unwirtschaftliche Autobahnprojekte" · vermittelt über Deutschlandfunk
BMZ-Hochschulprogramme erhalten (EPOS + DAAD-Partnerschaften)
Quelle: Tagesspiegel — „Wenig sparen, viel verlieren"