Einnahmen Einnahmen-Reformen

Vermögensteuer nach Schweizer Vorbild (niedrige Sätze, breite Basis; Oxfam/Netzwerk Steuergerechtigkeit)

Fiskalischer Effekt: +73,0 Mrd. € / Jahr

In der Schweiz erheben alle Kantone eine Vermögensteuer: Die Sätze sind niedrig (meist zwischen rund 0,1 und 1 %), die Freibeträge ebenfalls - die Steuer trifft also viele Vermögende mit geringer Last statt wenige mit hoher. Sie trägt dort knapp 7 % zum gesamten Steueraufkommen bei; ein typischer Millionär in Basel zahlt rund 0,49 % seines Vermögens. Eine Studie von Julia Jirmann (Netzwerk Steuergerechtigkeit), Barbara Schuster (Momentum Institut) und Isabel Martinez (ETH Zürich) im Auftrag von Oxfam (April 2024) hat das Schweizer Belastungsniveau auf Deutschland übertragen: Das ergäbe rund 73 Mrd. €/Jahr. Wichtige Einschränkung: Die Zahl ist eine Übertragung des Schweizer Niveaus, kein ausgearbeitetes Tarifmodell mit Freibeträgen und Sätzen für Deutschland; Ausweichreaktionen und Bewertungsfragen sind darin nicht im Detail berücksichtigt. Schließt sich mit allen anderen Vermögensteuer-Varianten gegenseitig aus, da alle dieselbe Bemessungsgrundlage besteuern. Hinweis zur Ertragshoheit: Nach Art. 106 Abs. 2 Nr. 1 GG wäre die Vermögensteuer eine Ländersteuer - das Aufkommen stünde Ländern und Kommunen zu, im Bundeshaushalt kämen direkt 0 € an. Der Simulator rechnet den Effekt vereinfachend für den Gesamtstaat; diese Konvention gilt für alle Vermögensteuer-Varianten - Hintergrund in der FAQ: „Die Vermögensteuer ist eine Ländersteuer - warum taucht sie dann im Bundeshaushalt auf?" (/faq.php#faq-vermoegensteuer-ertragshoheit).

Quelle: oxfam.de