Ausgaben Soziales & Rente

Arbeitslosengeld für Ältere auf 18 Monate begrenzen

Fiskalischer Effekt: +1,4 Mrd. € / Jahr

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat berechnet, was eine kürzere Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für Ältere einspart: 1,4 Mrd. €/Jahr, wenn die heutige Staffelung bei 18 Monaten gedeckelt wird. Wichtig gleich vorweg: Das ist eine Brutto-Ersparnis. Wer früher aus dem Arbeitslosengeld fällt, rutscht früher ins Bürgergeld - und das ist steuerfinanziert. Ein Teil der Ersparnis kommt also als Mehrausgabe zurück. Das IAB beziffert diesen Rückfluss nicht; seine Höhe ist ungeklärt und hier bewusst nicht gegengerechnet. Zweite Einschränkung: Das Arbeitslosengeld I zahlt die Bundesagentur für Arbeit aus Beiträgen, nicht der Bund aus Steuern. Die Ersparnis fällt zunächst bei der Bundesagentur an und erreicht den Bundeshaushalt über den Zuschuss an die BA, den der Regierungsentwurf 2027 mit 5,2 Mrd. € ansetzt. Heutige Staffelung: unter 50 Jahre 12 Monate, 50 bis 54 Jahre 15 Monate, 55 bis 57 Jahre 18 Monate, ab 58 Jahren bis zu 24 Monate. Datenbasis der IAB-Berechnung ist 2021/22; mit den heutigen Leistungssätzen läge die Ersparnis laut IAB rund 20 Prozent höher. Angesetzt ist hier bewusst der niedrigere Wert - er lässt Raum für die ungeklärten Mehrkosten beim Bürgergeld. Erwarteter Nebeneffekt laut IAB: höherer Anreiz für Ältere, schneller eine neue Stelle zu suchen oder ein Angebot anzunehmen.

Quelle: handelsblatt.com