Einnahmen Einnahmen-Reformen

Fahrleistungsabhängige PKW-Maut einführen (Agora-Modell, zusätzlich zu bestehenden Steuern)

Fiskalischer Effekt: +33,0 Mrd. € / Jahr

Agora Verkehrswende hat 2022 ein Konzept für eine bundesweite fahrleistungsabhängige PKW-Maut vorgelegt (durchschnittlich 5,4 Cent je Fahrzeugkilometer im Zielzustand 2030). In der hier abgebildeten Variante wird die Maut zusätzlich zu Kfz-Steuer und Energiesteuer erhoben (nicht als Ersatz, wie im aufkommensneutralen Modell). Gesamteinnahmen laut Agora im Zielzustand: rund 33 Mrd. €/Jahr, zusammengesetzt aus 16 Mrd. für die Infrastrukturkosten des PKW-Verkehrs und 17 Mrd. für externe Kosten (Luftverschmutzung, Lärm, Natur-/Landschaftsverlust). Die Reformoption bildet die vollständige Zusatzabgabe als Bundeshaushaltseinnahme ab; in der Praxis wäre ein Teil vermutlich zweckgebunden für Verkehrs- und Umweltausgaben. Wichtiger Hinweis zum Zeitbezug: 33 Mrd. €/Jahr sind die Zielgröße im eingeschwungenen Zustand 2030 - für einen Konfigurator-Wert 2027 wären die Einnahmen wegen stufenweiser Einführung noch niedriger; die Zahl steht hier als politische Zielgröße. Ergänzend sieht das Agora-Modell eine optionale Anti-Stau-Gebühr an überlasteten Straßen vor, die jährlich rund 11 Mrd. € einbringen würde - diese sollen laut Agora direkt an Kommunen fließen und sind deshalb nicht ins delta einbezogen. Lenkungswirkung: Preissignal gegen Kurzstreckenverkehr, überproportionale Belastung ineffizienter Fahrzeuge, Anreiz zu ÖPNV/Rad. Verteilungswirkung nicht neutral - trifft ländliche Räume mit hoher Fahrleistung stärker.

Quelle: agora-verkehrswende.de